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2008 - Sozialzentren Tortuga und Collado

Es handelt sich dabei um den Bau von 2 Gemeindehäuser in den abgelegenen Siedlungen
“Tortuga” und “Collado”. Beide Gemeinden liegen ca. 25 km suedlich von San Juan del Sur.
Insgesamt leben in Tortuga ca. 540 Personen, in Collado sind es ca. 280 Personen.

Die Bevölkerung in den beiden Siedlungen lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft
(Anbau von Bohnen, Mais, Kochbananen, sowie Zitrusfrüchten). Die Analphabetenrate liegt
bei über 80%. Durch die hohe Armut in der Zone wandern viele erwerbstätige Männer nach
Costa Rica oder in die Hauptstadt Managua ab. Der Anteil von ledigen Müttern ist
entsprechend hoch. In Collado gibt es keinen Strom, Wasser gibt es aus gegrabenen Brunnen.
Die Häuser liegen weit verstreut.
In Tortuga ist die Situation etwas besser, da es zumindest eine Stromversorgung gibt.

Weder in der Gemeinde Tortuga noch in der Gemeinde Collado gibt es zur Zeit ein Gebäude,
in der sich die Bevölkerung regelmäßig treffen und kommunale Probleme diskutieren kann.
Die Arztbrigaden verrichten ihre Untersuchungen zur Zeit in der jeweiligen Kapelle der
Gemeinde, z.T. auch im Freien.

Die Gemeindehäuser sind für folgende Zwecke vorgesehen:

  • Durchführung von Arztvisiten durch den einmal wöchentlich erscheinenden Arzt,
  • Schulungsprogramme (Alphabetisierungskurse für Erwachsene),
  • Abhaltung von Versammlungen zu kommunalpolitschen Themen der dort wohnenden Bevölkerung,
  • Informationstreffen, Durchführung von allgemeinen Bildungsprogrammen,
    Bildungsprogramme in Anlehnung zu Tourismus (Nahrungsmittelbereitstellung).

In Tortuga soll im neuen Gemeindehaus vorübergehend auch der Kindergarten untergebracht werden,
bis der alte Kindergarten renoviert ist. Der alte Kindergarten ist baufällig und dient derzeit
als Lager für die Unterbringung der Baumaterialien des neuen Gemeindehauses.

Ein weiterer Aspekt ist der zunehmende Tourismus in “San Juan del Sur”, eines der wichtigsten
Tourismuszentren in Nicaragua. Es ergibt sich die Möglichkeit für die Bauern der Gemeinden Tortuga
und Collado, Gemüse (z.B. Kochbananen) und Früchte (Zitronen, Papayas) zu kultivieren und an die
Gastbetriebe in der Tourismuszone zu liefern. Das Gemeindehaus soll auch in dieser Hinsicht als
Sammelpunkt für die Lieferungen dieser Waren an San Juan del Sur dienen.

Die beantragten Projektkosten beinhalten die für den Bau dieser Gemeindehäuser notwendigen Baumaterialien.
Das Grundstück wird von der Gemeinde gestellt. Die Bauleitung und Bauaufsicht (Baumeister) sowie notwendige
Nebenkosten werden von der Gemeinde San Juan del Sur  übernommen. Die Bauarbeiten werden von der dort
wohnenden Bevölkerung unter Anweisung des von der Gemeinde San Juan del Sur finanzierten Bauleiters verrichtet.